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Orte

ZEHN

ZEHN ist eine sensible fotografische Annäherung an Kindheit. An fast jedem Tag eines ganzen Jahres porträtierte Grit Schwerdtfeger auf dessen eigenen Wunsch hin ihren Sohn Lorenz, damals zehn Jahre alt. Die Langzeitstudie in verdichteter Form gibt nicht nur Einblick in die Entwicklung eines Kindes, sondern erzählt auch von der Beziehung zwischen Sohn und Mutter.

Es ist Nähe, manchmal aber auch Distanz, die in Grit Schwerdtfegers eindrücklichen Porträts zum Ausdruck kommt, in der Offenheit für den Akt des Fotografierens aber spiegelt sich eine grundsätzlich tiefe Vertrautheit.

Insel

Sie hält immer gebührenden Abstand. Wenn Grit Schwerdtfeger sich ihren Motiven nähert, dann mit jener Zurückhaltung, die ihren Ausdruck in sicherer Entfernung findet. Orte und Menschen bleiben unberührt, ganz in ihrem Element. Der fotografische Akt ist kein Eingriff. Und weil sie vor allem aus der Distanz die perfekte Perspektive findet, öffnet sie uns den Blick für komplexe Situationen, für soziale und urbane Zusammenhänge. Die Totale ist alltagstauglich. (Kristina Tieke)

Distanz 2006

In den Jahren 2005 und 2006 entstand die zweite Werkgruppe der Distanz-Arbeit.
Distanz jedoch bleibt immer gewahrt und eine Harmonie, hinter deren beruhigender Ordnung die Leere lauert. Am zwingensten ist dies im »Lauf« festgehalten, der letzten Arbeit der Serie. Auf einer horizontal verlaufenden Grasnarbe unter unbestimmtem Himmel joggen einzelne Gestalten, farbige Punkte vor den Flächen des Bildgrundes. Die Bewegungen sind divergent, kein Ziel in Sicht, kein Fokus. Die ins Leere laufende Aktivität gerät zur Metapher menschlicher Befindlichkeit. (Kristina Tieke)

Distanz

Hingeworfen, wie Würfel, was von Blick zu Blick uns durch die Tage trägt. Das denkt man, und im Abseits stellt man sich selbst auf, man sieht sich um. Man sieht die Tage gehen und kommen, man sieht sich um, und man wundert sich. Von Zufall zu Zufall wundert man sich. Man steht, und man sieht, und man wartet. Wie hingewürfelt sind die Menschen, wie hingeworfen sind die Worte, die Formen, das Gras, die Tage. Man meint, vom Rand aus zu sehen. Das denkt man, und man nimmt einen Menschen bei der Hand. Und man ist selbst hingeworfen, hingewürfelt, man selbst ist nur Zufall, nicht mehr, nicht minder. (Nina Jäckle)

Land

Grit Schwerdtfeger bewegt sich über Land, mit einer kompakten Kleinbildkamera.
»Land« ist das Territorium einer persönlichen Weltsicht, die dem Unspektakulären während eines kurzen Moments des Stillhaltens Prägnanz und Wirklichkeit verleiht. (Joachim Brohm)

… und Lisa

Diese Arbeit entstand 1991 bis 1993. Ich lernte meinen Mann und seine zweijährige Tochter kennen. Eine Annäherung an zwei Menschen.